Bewährte Technologie für einen sicheren Transport

Der Transport von CO₂ in Pipelines wirft verständlicherweise Fragen zur Sicherheit auf. Für uns als langjähriger Betreiber von Energieinfrastruktur haben die Sicherheit für Mensch und Umwelt sowie die Einhaltung höchster technischer Standards oberste Priorität. Auf dieser Seite erklären wir Ihnen transparent, wie die Technik funktioniert und welche Maßnahmen einen zuverlässigen Betrieb gewährleisten.



GRUNDLAGEN

Was ist CO₂ eigentlich?

Oft wird CO₂ nur als schädliches Treibhausgas wahrgenommen.  
Doch Kohlenstoffdioxid ist mehr als das:

 

  • Ein natürlicher Baustein des Lebens
    CO₂ ist ein farbloser und geruchloser Bestandteil unserer natürlichen Erdatmosphäre. Es ist weder brennbar noch giftig. 
    Als lebensnotwendiger Stoff ist es für Pflanzen unverzichtbar, die es für die Photosynthese benötigen.
  • Ein wertvoller Rohstoff
    Auch in der Industrie kommt Kohlenstoffdioxid in vielen Bereichen zum Einsatz, etwa in der Lebensmittelindustrie für 
    kohlensäurehaltige Getränke oder in der chemischen Industrie zur Herstellung von Trockeneis. Zukünftig wird CO₂ 
    als wertvolle Kohlenstoffquelle eine noch wichtigere Rolle spielen: Bei der Nutzung (CCU) kann es fossile Brennstoffe 
    ersetzen und zu hochwertigen neuen Produkten verarbeitet werden, was maßgeblich zur Dekarbonisierung beiträgt.
     



Eine bewährte und streng regulierte Technologie

Der Transport von CO₂ in Pipelines ist keine neue Erfindung, sondern eine bewährte Technologie. Weltweit sind tausende Kilometer CO₂-Pipelines sicher in Betrieb, einige davon bereits seit Jahrzehnten – beispielsweise in den USA zur tertiären Ölgewinnung (EOR). Auch in Europa wurden entsprechende Projekte bereits erfolgreich umgesetzt oder befinden sich im Bau, wie zum Beispiel in den Niederlanden, wo CO₂ aus dem Hafen von Rotterdam in leere Gasfelder unter der Nordsee transportiert wird. In ihrer Bauweise und Funktion ähneln CO₂-Pipelines stark der bekannten Infrastruktur für Erdgas oder Wasser. Sie liegen, wie bestehende Gaspipelines, sicher und unsichtbar im Boden.

Für die Sicherheit gelten in Deutschland und Europa umfangreiche technische Standards. Die Anforderungen sind dabei vergleichbar mit den sehr hohen Normen für Erdgasleitungen, die vom DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.) festgelegt werden. Als erfahrener Netzbetreiber halten wir uns nicht nur an diese strengen Vorgaben, sondern bringen unsere Expertise auch aktiv in die Weiterentwicklung dieser Standards ein.

Was bedeutet EOR?

EOR steht für Enhanced Oil Recovery (tertiäre Ölgewinnung). Bei diesem seit langem etablierten Verfahren wird CO₂ in nahezu erschöpfte Öl- und Gaslagerstätten gepresst, um die Restförderung zu erhöhen. Ein Großteil des CO₂ verbleibt dabei dauerhaft im Untergrund. Die jahrzehntelange Erfahrung mit diesem Prozess liefert wertvolle Daten für den sicheren Betrieb von CO₂-Infrastruktur und die Speicherung im geologischen Untergrund.



KURZ ERKLÄRT

Häufige technische Fragen zum 
CO₂-Transport

Grundsätzlich kann CO₂ gasförmig oder flüssig transportiert werden. Für kurze Strecken und kleine Mengen eignen sich LKW oder Züge. Um die großen, industriellen Mengen über weite Strecken sicher und energieeffizient zu bewegen, wird das CO₂ verdichtet und in einer sogenannten flüssigen Phase durch eine Pipeline transportiert. Dies ist die bewährte und wirtschaftlichste Methode, vergleichbar mit dem Transport von Erdgas oder Wasserstoff.

Die grundlegende Technologie ist sehr ähnlich. Eine Besonderheit bei CO₂ ist, dass es in Verbindung mit Wasser korrosiv auf Stahl wirken kann. Daher wird dem CO₂ vor dem Transport jegliche Feuchtigkeit entzogen („getrocknet“). Zudem wird die Pipeline für höhere Betriebsdrücke ausgelegt als eine Gasleitung, was durch entsprechend stärkere Wandstärken der Rohre sichergestellt wird. Unsere jahrzehntelange Erfahrung als Gasnetzbetreiber stellt sicher, dass wir diese spezifischen Anforderungen technisch perfekt beherrschen.


IM DIALOG

Transparenz und Verantwortung vor Ort

Projekte wie die co2peline dienen dem allgemeinen Wohl, da sie einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten. Uns ist jedoch bewusst, dass die Realisierung nur im Rahmen eines transparenten Dialogs zwischen der Politik, CO2-emittierenden Unternehmen, uns als Infrastrukturunternehmen und der Öffentlichkeit gelingen kann. Daher setzen wir uns für einen frühzeitigen Austausch zwischen allen Beteiligten ein.

 

Was sind die Risiken und wie wird vorgesorgt?

Die Sicherheit unserer Infrastruktur hat höchste Priorität. Wie bei allen technischen Anlagen gibt es auch hier für den extrem unwahrscheinlichen Fall eines Lecks umfassende und bewährte Sicherheitskonzepte. Da CO₂ weder brennbar noch giftig ist, besteht keine Explosions- oder Vergiftungsgefahr. Die Pipelines werden rund um die Uhr überwacht und sind, wie Erdgas- und Wasserstoffleitungen, mit automatischen Absperrstationen ausgestattet. Diese isolieren im Störfall den betroffenen Abschnitt sofort und begrenzen einen möglichen Austritt auf eine sehr kleine Menge.

Die Sicherheit der Technologie und der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt und den Anwohnern bilden das Fundament aller unserer Planungen.
Doch wie wird dieses technische Vorhaben in der politischen Debatte verankert und wer sind die zentralen Beteiligten im Dialog?

 

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