Warum wir jetzt über CO₂-Transport reden müssen
 

Die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO₂ (CCU/S) ist ein Thema, das in der Öffentlichkeit intensiv und oft kontrovers diskutiert wird. Wir nehmen wahr, dass diese komplexe Debatte viele Fragen aufwirft. Mit dieser Seite möchten wir eine fundierte, faktenbasierte Grundlage für den Dialog schaffen und transparent aufzeigen, welche Rolle diese Technologien für eine klimaneutrale Zukunft spielen.


Wofür steht „co2peline“?

Der Name unseres Projekts ist eine Verbindung aus „CO₂“ und dem englischen Verb „to cope“, was so viel wie „bewältigen“ oder „meistern“ bedeutet. Er spiegelt die gesamtgesellschaftliche Aufgabe wider, die Klimaziele zu erreichen, indem wir die Herausforderung des unvermeidbaren CO₂ meistern.



Nicht alles lässt sich vermeiden

Bayerns CO₂-Herausforderung



Kurz erklärt

Was ist eine Tonne CO₂?

Eine Tonne CO₂ entspricht in etwa dem Volumen eines Einfamilienhauses. 

Die 7 Mio. Tonnen unvermeidbares CO₂ in Bayern füllen also jedes Jahr 7 Millionen Einfamilienhäuser.

Ein Problem mit 
weitreichenden Folgen für 
Bayern

Viele Unternehmen im Freistaat Bayern treiben die Dekarbonisierung mit Nachdruck voran und erzielen bereits Erfolge bei der CO₂-Vermeidung. Sie stoßen jedoch an natürliche Grenzen, denn bei bestimmten, für unsere Gesellschaft essenziellen Prozessen entsteht CO₂ zwangsläufig. Dieses unvermeidbare CO₂ fällt hauptsächlich in der Zement- und Kalkindustrie, bei der thermischen Abfallverwertung (Müllverbrennung) sowie in Teilen der chemischen Industrie an.

Ohne eine Lösung für den Abtransport würden diese rund 7 Millionen Tonnen CO₂ jährlich weiterhin in die Atmosphäre gelangen. Das hat konkrete Konsequenzen: Für unsere heimische Industrie und die kommunale Abfallwirtschaft stellt sich langfristig die Standortfrage, was den Verlust von Arbeitsplätzen zur Folge hätte. Eine einfache Verlagerung der Produktion in andere Länder wäre dabei keine Lösung, sondern lediglich ein „Emissionsexport“, der unserem Klima global nicht hilft, da die Emissionen dort oft unter niedrigeren Umweltstandards entstehen.
 

Warum Zement und Kalk
unverzichtbar bleiben

Auch bei einem verstärkten Einsatz von Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen bleibt Beton – und damit Zement – für das Fundament unserer Gesellschaft unverzichtbar. Für Infrastruktur wie Brücken, Tunnel, Fundamente von Windrädern oder den Bau von Krankenhäusern und Hochhäusern gibt es aufgrund seiner Stabilität, Langlebigkeit und Brandschutzeigenschaften keinen großflächig einsetzbaren Ersatz.

Ohne Transportlösung wandert die Industrie ab – das CO₂ bleibt

Viele Unternehmen im Freistaat Bayern treiben die Dekarbonisierung mit Nachdruck voran und erzielen bereits Erfolge bei der CO₂-Vermeidung. Sie stoßen jedoch an naturgemäße Grenzen: Bei bestimmten, für unsere Gesellschaft essenziellen Prozessen entsteht CO₂ zwangsläufig. Dieses unvermeidbare CO₂ fällt vor allem in der Zement- und Kalkindustrie, bei der thermischen Abfallverwertung (Müllverbrennung) sowie in Teilen der chemischen Industrie an.

Ohne eine Lösung für den Abtransport dieses CO₂ würden diese rund 7 Millionen Tonnen jährlich weiterhin in die Atmosphäre gelangen. Das hat konkrete Konsequenzen – nicht nur fürs Klima, sondern auch für den Standort Bayern:

Zwei Wege – zwei Ergebnisse

Eine Verlagerung der Produktion ins Ausland wäre keine Lösung – sie wäre lediglich ein Export des Problems. Die Emissionen entstünden weiterhin, nur an einem anderen Ort und häufig unter deutlich niedrigeren Umweltstandards. Das Ergebnis: Bayern verliert Arbeitsplätze und Wertschöpfung, während das Klima kein Stück profitiert. 

Die Lösung liegt deshalb nicht in der Abwanderung, sondern im Abtransport: Mit einer leistungsfähigen CO₂-Infrastruktur bleiben Produktion und Arbeitsplätze in der Region – und die Emissionen werden dort verantwortungsvoll gemanagt, wo sie entstehen.

Wer ist die dena?

Die dena (Deutsche Energie-Agentur) ist Deutschlands Kompetenzzentrum für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und intelligente Energiesysteme. Sie ist eine Gesellschaft des Bundes und gilt als zentrale, unabhängige Denkfabrik und Beraterin der Bundesregierung auf dem Weg zur Klimaneutralität. Ihre Studien, wie die Leitstudie „Aufbruch Klimaneutralität“, haben maßgeblichen Einfluss auf die politische Weichenstellung in Deutschland. 

Zur Website der dena
 

KURZ ERKLÄRT

Dies ist der Weg der Kreislaufwirtschaft. Das CO₂ wird als wertvoller Rohstoff zu Standorten transportiert, wo es zur Herstellung von klimaneutralen Kraftstoffen (Synfuels), Kunststoffen oder Baumaterialien genutzt wird. So ersetzt es fossile Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas und bleibt im Kreislauf.

Für CO₂, für das es (noch) keine Wiederverwendung gibt, ist die dauerhafte Speicherung eine notwendige Option, um die Klimaziele zu erreichen. Ob, wo und wie diese Speicherung in tiefen geologischen Gesteinsschichten stattfindet, ist eine gesellschaftliche und politische Entscheidung. Hierfür muss der Staat klare und sichere Rahmenbedingungen schaffen und die Verantwortung tragen.

Unsere Aufgabe als neutraler und verlässlicher Netzbetreiber ist es, die CO₂-Infrastruktur für beide Wege bereitzustellen. Wir transportieren das CO₂ sicher dorthin, wo es im Kreislauf gehalten oder auf Anweisung des Staates sicher gespeichert werden soll. Wir sind das Bindeglied im System – kein Speicherbetreiber.


NOTWENDIGKEIT

Die Notwendigkeit und der Lösungsansatz werden auch von der Politik anerkannt. So sagt Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie:

"Bayern braucht auch in Zukunft eine starke Industrie, um Wohlstand zu sichern. […] Ich begrüße deshalb die Initiative von bayernets und Rohrdorfer in Sachen CO₂-Infrastruktur."

– Hubert Aiwanger
Stellvertretender Bayerischer Ministerpräsident
Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie


Eine starke und innovationsfähige Wirtschaft vor Ort ist die Grundvoraussetzung, um kostspielige Klimaschutztechnologien überhaupt entwickeln und finanzieren zu können. Wenn die allgemeine Akzeptanz für den Klimaschutz gefährdet wird, weil er als Bedrohung für Arbeitsplätze und Wohlstand wahrgenommen wird, verlieren wir auf ganzer Linie. Lösungen wie die co2peline sind daher auch ein Beitrag zur Sicherung dieser Akzeptanz.

Der Aufbau einer Infrastruktur für schwer und unvermeidbare CO₂-Emissionen ist somit ein entscheidender Baustein, um die Klimaziele zu erreichen und die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Bayern zu sichern.
Doch wie funktioniert der Transport von CO₂ in einer Pipeline genau und welche hohen Standards gewährleisten dabei die Sicherheit für Mensch und Umwelt?

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