Vom Konzept zur Pipeline: 
Unsere Pläne für die Region
 

Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es mehr als nur die politische Absicht – es braucht konkrete, technische Lösungen. Als erfahrener Betreiber von Energienetzen in der Region haben wir einen detaillierten Lösungsansatz entwickelt, wie der sichere und wirtschaftliche Abtransport von schwer und unvermeidbarem CO₂ in Bayern und Österreich gelingen kann. 
Erfahren Sie hier mehr über unsere Machbarkeitsstudie, die geplante Infrastruktur und die starken Partner, mit denen wir gemeinsam Wissen aufbauen.


Die Machbarkeitsstudie: Der Beweis, dass es funktioniert

Um die technische und planerische Grundlage zu schaffen, haben wir eine Machbarkeitsstudie für eine Pipeline-Infrastruktur zwischen Burghausen, Gmunden und Linz erstellt. Warum grenzüberschreitend? Weil die großen CO₂-Quellen und potenziellen Nutzer im Chemiedreieck Südostbayern und im Industrieraum Oberösterreich nah beieinander liegen. Eine gemeinsame Infrastruktur ist hier wirtschaftlich und ökologisch am sinnvollsten. Zu den größten unvermeidbaren Emittenten in dieser Region zählen insbesondere die Zement- und Kalkindustrie sowie Anlagen zur thermischen Abfallverwertung.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie im Überblick:

  • Technische Kennzahlen: Die geplante Netzlänge des Startnetzes beträgt ca. 220 km. Der Transport soll in der sogenannten „flüssigen Phase“ erfolgen.

  • Strategische Notwendigkeiten & offene Punkte: Für eine erfolgreiche Umsetzung müssen Stakeholder verstärkt eingebunden und Kooperationen etabliert werden. Zudem müssen im weiteren Planungsprozess noch konkrete Herausforderungen wie die genaue Trassenführung und technische Detailfragen tiefergehend untersucht werden.


"Der Rohrdorfer Dekarbonisierungsfahrplan sieht die Rückgewinnung großer Mengen CO2 vor. Soll dieses CO2 zwischengespeichert oder als Rohstoff genutzt werden, muss es effizient und sicher an die Bestimmungsorte kommen. Dies gelingt nur mit einem raschen und dynamischen Ausbau eines CO2-Pipeline-Netzes. Die Machbarkeitsstudie zum CO2-Pipeline-Netz in Kooperation mit bayernets ist der erste wichtige Schritt für uns."

– MIKE EDELMANN
GESCHÄFTSFÜHRER ROHRDORFER UNTERNEHMENSGRUPPE


Bayerns Pionierrolle: Ein Projekt mit nationaler Bedeutung

Als einer der ersten Fernleitungsnetzbetreiber in Deutschland, der ein solches CO₂-Netz konkret plant, nehmen wir eine Pionierrolle ein. Unsere jahrzehntelange Erfahrung als Gasnetzbetreiber gibt uns die technische Kompetenz, dieses Projekt sicher und zuverlässig umzusetzen. Die hier gewonnenen Erkenntnisse – technisch wie regulatorisch – werden für den Aufbau einer deutschlandweiten CO₂-Infrastruktur von unschätzbarem Wert sein. Damit andere Regionen von unserer Arbeit profitieren können, ist es entscheidend, dass von Anfang an die spätere Anbindung an ein nationales Netz mitgedacht wird, um allen Regionen fairen Zugang zu ermöglichen.

Die Vision: Vom regionalen Start zum europäischen Netzwerk

Das Projekt co2peline ist als ein wichtiger erster Baustein konzipiert, der zentrale CO₂-Quellen und -Nutzer in Bayern und Oberösterreich miteinander verbindet. Unsere Vision geht jedoch weit darüber hinaus. In späteren Ausbaustufen kann die Pipeline an zukünftige, zentraleuropäische CO₂-Transportnetze angebunden werden, um Verbindungen zu zahlreichen weiteren Emittenten, Nutzern und europäischen Speicherstätten zu schaffen.

Ein solches überregionales Netzwerk ist der Schlüssel für eine erfolgreiche europäische CO₂-Wirtschaft. Es ermöglicht eine enge internationale Zusammenarbeit, fördert den Austausch von Wissen sowie Technologien und senkt die Kosten für alle Beteiligten, was letztlich die globalen Klimaziele unterstützt.


Unser Fahrplan

  • Kurzfristig: Phase der Detaillierung, Dialog und Schaffung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Konkrete technische Planung und Genehmigungsverfahren.

  • Mittelfristig: Möglicher Bau und Inbetriebnahme des Startnetzes in der Region Bayern-Österreich.

  • Langfristig: Integration des Startnetzes in eine wachsende, deutschlandweite und europäische CO₂-Infrastruktur.

 

Der Weg zur Inbetriebnahme: Was jetzt passieren muss


Wir als bayernets sind bereit, die technische Planung und den Bau der co2peline zügig voranzutreiben. Die Dauer des gesamten Prozesses hängt jedoch maßgeblich von einem Faktor ab, den wir nicht allein beeinflussen können: der Schaffung eines klaren und verlässlichen gesetzlichen Rahmens durch die Politik. Je schneller die Politik die notwendigen "Spielregeln" schafft, desto schneller kann die Infrastruktur einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Der Prozess von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme lässt sich in drei Phasen unterteilen:

  • Phase 1: Schaffung der Rahmenbedingungen (JETZT)
    In dieser entscheidenden Phase müssen die rechtlichen Grundlagen auf EU-, Bundes- und Landesebene geschaffen werden. Parallel dazu findet der öffentliche Dialog und die Detaillierung der technischen Planung statt.
  • Phase 2: Planung & Genehmigung (Dauer ca. 3-4 Jahre)
    Sobald der gesetzliche Rahmen steht, kann das offizielle Planungs- und Genehmigungsverfahren beginnen. Dies ist ein formalisierter Prozess, der Umweltverträglichkeitsprüfungen und die exakte Trassenplanung umfasst.
  • Phase 3: Bau & Inbetriebnahme (Dauer ca. 2-3 Jahre)
    Nach Erhalt aller Genehmigungen kann der Bau der Pipeline beginnen und das Netz schrittweise in Betrieb genommen werden.
     


ANTWORTEN

Sie haben CO₂? Wir haben die Transportlösung

Für Unternehmen, die unvermeidbares CO₂ abscheiden, stellt sich die Frage nach dem richtigen Transportweg. Für große Mengen über weite Strecken ist eine Pipeline die effizienteste und sicherste Lösung. Sie haben Interesse an einem Anschluss an unsere Infrastruktur? Hier finden Sie Antworten auf die ersten wichtigen Fragen.

Der Transport im geplanten Netz erfolgt in der flüssigen Phase. Dies ermöglicht einen energieeffizienten und sicheren Betrieb.

Unsere Netzinfrastruktur ist von Beginn an skalierbar und ausbaufähig geplant, um auf zukünftige Bedarfe flexibel reagieren zu können.

Die genauen Anforderungen an die Beschaffenheit von CO₂ für den Transport in Pipelines sind im Regelwerk DVGW C260 spezifiziert. Gerne beraten wir Sie hierzu im Detail. Zum DVGW-Regelwerk

Ja. Wir sind darauf spezialisiert, für jeden Standort die adäquate Netzanbindung zu finden. Kontaktieren Sie uns, um eine individuelle Lösung für Ihren Betrieb zu prüfen. 

Jetzt Kontakt aufnehmen

Eine mögliche, zukünftige Lösung hierfür sind sogenannte CO₂-Hubs. An diesen zentralen Punkten können auch kleinere Mengen CO₂ von verschiedenen Standorten gesammelt und gebündelt in das Pipelinenetz eingespeist werden.


GEMEINSAM WISSEN SCHAFFEN

Unsere Kooperationen und Initiativen

Der Aufbau einer CO₂-Infrastruktur ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Deshalb arbeiten wir auf nationaler und internationaler Ebene eng mit allen relevanten Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammen – von der Industrie über Speicherbetreiber bis hin zu anderen Netzbetreibern und wissenschaftlichen Institutionen.

Konkrete Kooperationsprojekte

Gemeinsam mit Industriepartnern wie Rohrdorfer Zement, RAG Austria und Gas Connect Austria entwickeln wir das erste länderübergreifende CO₂-Transportnetz zwischen Linz und Rohrdorf. Darüber hinaus sind wir Teil der „Austro-Bavarian CO2 Export Initiative“, die von der OMV (Österreichs größtes Energie- und Chemieunternehmen) ins Leben gerufen wurde, um gemeinsam mit Akteuren wie VoestAlpine und Wien Energie die Dekarbonisierung durch CCUS-Technologien (Carbon Capture, Utilization and Storage – also die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von Kohlenstoff) zu beschleunigen.

Mitarbeit an Studien und offiziellen Regelwerken

Um die bestmöglichen technischen und rechtlichen Grundlagen zu schaffen, beteiligen wir uns aktiv an wegweisenden Studien, wie der deutschlandweiten Studie des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.) zum „CO₂-Management“. Noch wichtiger ist unsere direkte Mitarbeit bei der Erstellung und Aktualisierung der offiziellen technischen Regelwerke des DVGW. So stellen wir sicher, dass unsere praktische Erfahrung direkt in die höchsten Sicherheitsstandards für die Planung, den Bau und den Betrieb von CO₂-Leitungen einfließt.

 

Weitere Details zu unseren Initiativen

Was ist die „Austro-Bavarian CO2 Export Initiative“?
Dies ist eine Initiative unter Führung der OMV (Österreichs größtes Energie- und Chemieunternehmen), die wichtige Industrieakteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette bündelt. Ziel ist es, die Dekarbonisierung durch den gemeinsamen Aufbau einer grenzüberschreitenden CO₂-Infrastruktur zu beschleunigen.

Was sind die Kernaussagen des bayernets-Positionspapiers?
Zusammengefasst fordert unser Positionspapier: 1. Schaffung von Investitionssicherheit durch klare politische Rahmenbedingungen. 2. Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. 3. Eine nationale, koordinierte Planung des Gesamtnetzes.


Die Zeit ist reif: Werden Sie Teil der Lösung

Der Weg von der ersten Planung bis zur Inbetriebnahme einer CO₂-Pipeline dauert viele Jahre – Zeit, die uns angesichts der Klimaziele fehlt. Bevor die konkrete Realisierung starten kann, müssen zudem noch rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden. Umso wichtiger ist es, dass alle Akteure jetzt aktiv werden.
Haben Sie Fragen, möchten Sie Ihr Interesse als potenzieller Partner bekunden oder sich in den Dialog einbringen? Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.

 

Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf