"Der Rohrdorfer Dekarbonisierungsfahrplan sieht die Rückgewinnung großer Mengen CO2 vor. Soll dieses CO2 zwischengespeichert oder als Rohstoff genutzt werden, muss es effizient und sicher an die Bestimmungsorte kommen. Dies gelingt nur mit einem raschen und dynamischen Ausbau eines CO2-Pipeline-Netzes. Die Machbarkeitsstudie zum CO2-Pipeline-Netz in Kooperation mit bayernets ist der erste wichtige Schritt für uns."
– MIKE EDELMANN
GESCHÄFTSFÜHRER ROHRDORFER UNTERNEHMENSGRUPPE
Bayerns Pionierrolle: Ein Projekt mit nationaler Bedeutung
Als einer der ersten Fernleitungsnetzbetreiber in Deutschland, der ein solches CO₂-Netz konkret plant, nehmen wir eine Pionierrolle ein. Unsere jahrzehntelange Erfahrung als Gasnetzbetreiber gibt uns die technische Kompetenz, dieses Projekt sicher und zuverlässig umzusetzen. Die hier gewonnenen Erkenntnisse – technisch wie regulatorisch – werden für den Aufbau einer deutschlandweiten CO₂-Infrastruktur von unschätzbarem Wert sein. Damit andere Regionen von unserer Arbeit profitieren können, ist es entscheidend, dass von Anfang an die spätere Anbindung an ein nationales Netz mitgedacht wird, um allen Regionen fairen Zugang zu ermöglichen.
Die Vision: Vom regionalen Start zum europäischen Netzwerk
Das Projekt co2peline ist als ein wichtiger erster Baustein konzipiert, der zentrale CO₂-Quellen und -Nutzer in Bayern und Oberösterreich miteinander verbindet. Unsere Vision geht jedoch weit darüber hinaus. In späteren Ausbaustufen kann die Pipeline an zukünftige, zentraleuropäische CO₂-Transportnetze angebunden werden, um Verbindungen zu zahlreichen weiteren Emittenten, Nutzern und europäischen Speicherstätten zu schaffen.
Ein solches überregionales Netzwerk ist der Schlüssel für eine erfolgreiche europäische CO₂-Wirtschaft. Es ermöglicht eine enge internationale Zusammenarbeit, fördert den Austausch von Wissen sowie Technologien und senkt die Kosten für alle Beteiligten, was letztlich die globalen Klimaziele unterstützt.
Unser Fahrplan
Kurzfristig: Phase der Detaillierung, Dialog und Schaffung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Konkrete technische Planung und Genehmigungsverfahren.
Mittelfristig: Möglicher Bau und Inbetriebnahme des Startnetzes in der Region Bayern-Österreich.
Langfristig: Integration des Startnetzes in eine wachsende, deutschlandweite und europäische CO₂-Infrastruktur.
Der Weg zur Inbetriebnahme: Was jetzt passieren muss
Wir als bayernets sind bereit, die technische Planung und den Bau der co2peline zügig voranzutreiben. Die Dauer des gesamten Prozesses hängt jedoch maßgeblich von einem Faktor ab, den wir nicht allein beeinflussen können: der Schaffung eines klaren und verlässlichen gesetzlichen Rahmens durch die Politik. Je schneller die Politik die notwendigen "Spielregeln" schafft, desto schneller kann die Infrastruktur einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Der Prozess von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme lässt sich in drei Phasen unterteilen:
- Phase 1: Schaffung der Rahmenbedingungen (JETZT)
In dieser entscheidenden Phase müssen die rechtlichen Grundlagen auf EU-, Bundes- und Landesebene geschaffen werden. Parallel dazu findet der öffentliche Dialog und die Detaillierung der technischen Planung statt. - Phase 2: Planung & Genehmigung (Dauer ca. 3-4 Jahre)
Sobald der gesetzliche Rahmen steht, kann das offizielle Planungs- und Genehmigungsverfahren beginnen. Dies ist ein formalisierter Prozess, der Umweltverträglichkeitsprüfungen und die exakte Trassenplanung umfasst. - Phase 3: Bau & Inbetriebnahme (Dauer ca. 2-3 Jahre)
Nach Erhalt aller Genehmigungen kann der Bau der Pipeline beginnen und das Netz schrittweise in Betrieb genommen werden.
Der Transport im geplanten Netz erfolgt in der flüssigen Phase. Dies ermöglicht einen energieeffizienten und sicheren Betrieb.
Unsere Netzinfrastruktur ist von Beginn an skalierbar und ausbaufähig geplant, um auf zukünftige Bedarfe flexibel reagieren zu können.
Die genauen Anforderungen an die Beschaffenheit von CO₂ für den Transport in Pipelines sind im Regelwerk DVGW C260 spezifiziert. Gerne beraten wir Sie hierzu im Detail. Zum DVGW-Regelwerk
Ja. Wir sind darauf spezialisiert, für jeden Standort die adäquate Netzanbindung zu finden. Kontaktieren Sie uns, um eine individuelle Lösung für Ihren Betrieb zu prüfen.
Eine mögliche, zukünftige Lösung hierfür sind sogenannte CO₂-Hubs. An diesen zentralen Punkten können auch kleinere Mengen CO₂ von verschiedenen Standorten gesammelt und gebündelt in das Pipelinenetz eingespeist werden.
Konkrete Kooperationsprojekte
Gemeinsam mit Industriepartnern wie Rohrdorfer Zement, RAG Austria und Gas Connect Austria entwickeln wir das erste länderübergreifende CO₂-Transportnetz zwischen Linz und Rohrdorf. Darüber hinaus sind wir Teil der „Austro-Bavarian CO2 Export Initiative“, die von der OMV (Österreichs größtes Energie- und Chemieunternehmen) ins Leben gerufen wurde, um gemeinsam mit Akteuren wie VoestAlpine und Wien Energie die Dekarbonisierung durch CCUS-Technologien (Carbon Capture, Utilization and Storage – also die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von Kohlenstoff) zu beschleunigen.
Mitarbeit an Studien und offiziellen Regelwerken
Um die bestmöglichen technischen und rechtlichen Grundlagen zu schaffen, beteiligen wir uns aktiv an wegweisenden Studien, wie der deutschlandweiten Studie des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.) zum „CO₂-Management“. Noch wichtiger ist unsere direkte Mitarbeit bei der Erstellung und Aktualisierung der offiziellen technischen Regelwerke des DVGW. So stellen wir sicher, dass unsere praktische Erfahrung direkt in die höchsten Sicherheitsstandards für die Planung, den Bau und den Betrieb von CO₂-Leitungen einfließt.
Weitere Details zu unseren Initiativen
Was ist die „Austro-Bavarian CO2 Export Initiative“?
Dies ist eine Initiative unter Führung der OMV (Österreichs größtes Energie- und Chemieunternehmen), die wichtige Industrieakteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette bündelt. Ziel ist es, die Dekarbonisierung durch den gemeinsamen Aufbau einer grenzüberschreitenden CO₂-Infrastruktur zu beschleunigen.
Was sind die Kernaussagen des bayernets-Positionspapiers?
Zusammengefasst fordert unser Positionspapier: 1. Schaffung von Investitionssicherheit durch klare politische Rahmenbedingungen. 2. Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. 3. Eine nationale, koordinierte Planung des Gesamtnetzes.
Die Zeit ist reif: Werden Sie Teil der Lösung
Der Weg von der ersten Planung bis zur Inbetriebnahme einer CO₂-Pipeline dauert viele Jahre – Zeit, die uns angesichts der Klimaziele fehlt. Bevor die konkrete Realisierung starten kann, müssen zudem noch rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden. Umso wichtiger ist es, dass alle Akteure jetzt aktiv werden.
Haben Sie Fragen, möchten Sie Ihr Interesse als potenzieller Partner bekunden oder sich in den Dialog einbringen? Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.









